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Der Schwibbogen als Advents-Dekoration

Jetzt im Advent begegnen uns auf Weihnachtsmärkten, in Geschäften und in vielen Fenstern erzgebirgische Schwibbbögen. Dieser Lichterbogen hat seinen Ursprung im 18. Jahrhundert im Erzgebirge. In der Architektur ist der Schwibbogen ein waagrechter Bogen, der zwei Gebäude oder Gebäudeteile spreizt. Der Bogen ist so übermauert, dass sich oben ein grader Abschluss ergibt. Diese Schwibbögen finden sich häufig in engen Gassen mittelalterlicher Städte.

In Österreich bezeichnet der Schwibbogen einen aus Tannenzweigen gewundenen mit Blumen verzierten Bogen , der von den Nachbarn vor der Tür von Brautpaaren aufgestellt wird und Glück bringen soll.

In der Volkskunst des Erzgebirges ist der Schwibbogen die Verbindung eines Kreisbogens mit einer waagerechten Sekante. Im Körper befinden sich szenische Darstellungen, die von Kerzen auf dem Bogen beleuchtet werden. Vermutlich sollte der Bogen den „Himmmelsbogen“ symbolisieren. Die ersten Schwibbögen wurden ca. 1740 aus Metall gefertigt, seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden sie meistens aus Holz gefertigt.

Die auf dem Bogen aufgesetzten Lichter drückten die Sehnsucht der Bergleute nach dem Tageslicht aus, das sie im Winter kaum zu sehen bekamen. Die beleuchteten Bögen, die in den Fenstern aufgestellt wurden, sollen den Bergleuten den Weg nach Hause zeigen.

Die Motive in den Bögen spiegelten den Alltag der Bergleute und ihrer Familien wieder. Weit verbreitet waren und sind aber auch weihnachtliche Symbole aus der Weihnachtgeschichte, Tiere und Waldmotive oder die Kirche des erzgebirgischen Ortes Seiffen, der für diese Volkskunst bekannt ist.

Inzwischen erleuchten meist elektrische beleuchtete Schwibbögen die Fenster und als Großbögen unsere Städte.

Susanne Mengen