
Visitation: Weihbischof Borsch besucht im Juni den Pastoralen Raum Viersen
Im Juni besucht Weihbischof Karl Borsch für einige Wochen unseren Pastoralen Raum Viersen. Ein solcher Besuch, Visitation genannt, wird vom Kirchenrecht in regelmäßigen Abständen (etwa alle fünf Jahre) gefordert, damit ein vielfältiger Austausch zwischen dem Bistum und den Gemeinden ermöglicht wird. Dabei besucht entweder der Bischof selbst oder ein von ihm benannter Vertreter die Gemeinden.
Neben dem persönlichen Kontakt geht es bei der Visitation auch darum, den Zustand von Kirchen, liturgischen Geräten und Büchern zu sichten. Eine Visitation umfasst also Personen, Einrichtungen, heilige Gegenstände und Orte, die sich im Bereich des Bistums befinden.
Besonders viel Zeit wird bei der Visitation darauf verwendet, Orte von Kirche zu besuchen. Dazu zählen neben Gottesdiensten zum Beispiel auch KiTas, Schulen, Pilgergruppen, aber auch viele weitere Einrichtungen und Gruppen, in denen Menschen ihren christlichen Glauben leben. Außerdem werden zahlreiche Gespräche mit den Seelsorger:innen, den Angestellten der Gemeinde, den ehrenamtlich Engagierten und den Vertreter:innen der Gremien geführt. Auch Besuche bei Bürgermeister und Landrat stehen auf dem Programm. So möchte sich der Bischof ein möglichst umfassendes Bild vom Leben in der Gemeinde machen.
Das macht deutlich: eine Visitation ist ausgesprochen umfangreich. Deswegen dauert die Visitation in Viersen auch vom 15. Juni bis zum 2. Juli. Ob im Anschluss an eine Messe oder über eine der Gruppen – es gibt also genug Gelegenheiten für einen persönlichen Kontakt mit dem Weihbischof.
Was ist ein Weihbischof?
Zunächst ist der Bischof die Person, die einem Bistum vorsteht. Als Leiter eines Bistums, auch Diözese genannt, wird er auch als Diözesanbischof bezeichnet. Bischof Helmut Dieser ist seit 2016 Diözesanbischof des Bistums Aachen. Bei der Größe eines Bistums ist es aber häufig für den Bischof alleine nicht möglich, alle Aufgaben zu übernehmen, die nur einem Bischof zustehen – also vor allem Weihen und Firmungen zu spenden.
Dafür empfängt dann ein Priester des Bistums die Bischofsweihe. Er hat also dieselbe Weihe erhalten wie der Diözesanbischof, besitzt aber nicht seine Leitungsgewalt. Im Deutschen wird so ein Bischof meist als Weihbischof bezeichnet. Etwas prägnanter ist da der weltweit übliche Begriff: Auxiliarbischof (in etwa Hilfsbischof), der also den Bischof unterstützt. Im Bistum Aachen ist Karl Borsch ein solcher Weihbischof.
Übrigens: Weil jeder Bischof ursprünglich immer auch Leiter eines Bistums war, erhalten Weihbischöfe bis heute symbolisch zur Leitung ein Bistum, das heute nicht mehr existiert, ein sogenanntes Titularbistum. Weihbischof Karl Borsch ist Titularbischof von Crepedula, dem Bischofssitz der Provinz Byzacena in Nordafrika zur Zeit des Römischen Reiches.
Andreas Hahne
