• Ein Kapelle aus dem Jahr 1666 bildet das Grundgerüst für die Kirche St. Helena

    Foto: Pfarrarchiv St. Remigius

Ein Kapelle aus dem Jahr 1666 bildet das Grundgerüst für die Kirche St. Helena

Der Helenenberg, Standort von St. Helena, ist seit 1576 Standort kirchlicher Bauwerke. 1576 entstand die erste Helenenkapelle aus Stein, 1636 eine zweite. Letztere wird 1666 erneuert und ist in dieser Fassung Grundgerüst für die heutige Kirche St. Helena. 1801 kommt eine Sakristei hinzu, und 1843 beginnt der eigentliche Bau der heutigen Kirche. Zwischen 1843 und 1852 wird an Kapelle und Sakristei eine dreischiffige Hallenkirche mit einem Westturm angebaut.

Die Pläne für den Bau von St. Helena stammen vom damaligen Kreisbaumeister Lüdke aus Kempen. Die Weihe der Kirche erfolgt im Jahr 1852.

Die Formensprache der Kirche orientiert sich am neugotischen Stil, der vor allem in den Jahren von 1830 bis 1900 recht ausgeprägt war und mit seiner Anknüpfung an ein idealisiertes Bild vom Mittelalter baulich in viele Kirchen und staatliche Funktionsgebäude einfloss – Rathäuser, Universitäten, Parlamentsgebäude etc.

Am weitesten sichtbares Kennzeichen von St. Helena ist der Turm. Er erhebt sich laut Denkmalbeschreibung der Stadt Viersen 34,78 Meter in die Höhe. In seinem obersten Geschoss befindet sich der Glockenstuhl, in dem eine Glocke von 1753 hängt. Sie hat einen Durchmesser von rund einem halben Meter und ein Gewicht von 60 Kilogramm. Gegossen wurde sie von Johann Michael Moll aus Köln, abgestimmt ist sie auf den Ton „as“.

Beim Baumaterial für die Kirche handelt es sich zu großen Teilen um Backstein. Beim Turmportal, das 1893 neu erbaut wurde, bei den Seitenportalen unter der Orgelempore und bei einigen Fenstern kam zudem Liedberger Sandstein zum Zuge. Dieser stammt aus dem heutigen Korschenbroicher Stadtteil Liedberg, in dem von der Römerzeit bis Anfang des 20. Jahrhunderts Sandstein abgebaut wurde

In der Denkmalbeschreibung der Stadt Viersen hervorgehoben wird unter anderem das alte, aus Eiche gefertigte Chorgestühl, das aus dem ehemaligen Kloster St. Paulus in Viersen stammt und einst Teil einer größeren Anlage war. Das Gegenstück dieses Chorgestühls hat es sogar ins Rijksmuseum in Amsterdam geschafft. Vermutlich soll der Mönch, der an einer Seite als Relief ins Holz gearbeitet wurde, Franz von Assisi sein, dargestellt als Mönch in Kutte mit Kapuze und geknoteten Leibriemen. In der Hand hält er ein Buch und ein Kreuz. 1956 gab es für St. Helena einen neuen Altar - ein ein Geschenk zum Goldenen Priesterjubiläum an Pfarrer Dr. Vorgtland.

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