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Foto: Harald Meinhard / Pfarrarchiv

Die Glocken der Kirche St. Helena – Helenabrunn

In der St. Helena Kapelle von 1636, die der Ursprung der Kirche St. Helena ist, erklang seit 1643 eine 78 Pfund schwere Glocke, die die Umschrift „Jesus cum matre Maria“ (Jesus mit der Mutter Maria) trug. Später kam eine Glocke, die im Jahr 1743 vom Glockengießermeister Michael Moll aus Köln gegossen wurde, dazu. Sie ist 40 cm lang, hat einen Durchmesser von 53 cm und trägt die Umschrift „S. Matthias et S. Helena patroni. – Henricus Cofferod Pastor – Henricus Stegwarts und Johann Vanter Kirchmeister 1743 – Michael Moll mich gegossen.

Am 11. Juni 1852 wurde die neue Pfarrkirche St. Helena feierlich vom Kölner Weihbischof Dr. Baudri geweiht. 1861 erstand die Pfarre drei größere Glocken für den neuen Turm dazu. Sie wurden für 2500 Taler von den Meistern Petit und den Gebrüdern Edelbrock zu Gescher bei Koesfeld gegossen.

Neue Kirche – neue Glocken

Die größte Glocke, Ton F wog 21,04 Zentner trug das Bild der hl. Helena und die Inschrift:
Helena mihi nomen, Patrona cognomen
Vivos voco, mortuos plango
(Helena mein Name, Beschützerin Beiname, Die Lebenden rufe ich die Toten beklage ich)

Die mittlere Glocke, Ton G 14,19 Zntr. schwer Trug das Bild der Gottesmutter und die Worte:
Sancta Maria, sine labe concepta, ora pronobis!
(Heilige Maria, ohne Sünde empfangen, bete für uns)

Die dritte Glocke Ton A 9,84 Zntr. Schwer, Trug das Bildnis des heiligen Apostles Matthias mit den Worten:
Vox mea sonat in honorem sancti Matthiae.
(Meine Stimme klingt zur Ehre des heiligen Matthias)

Außerdem stand auf den drei Glocken: Petit et frates Edelbrock me fuderunt 1861 (Petit und Gebrüder Edelbrock gossen mich 1861).

Das Glockenmetall war eine Mischung aus 75% Kupfer und 25% Zinn zum Preis von 16 Silberpfennig pro Pfund. Nach Feststellung des Pfarrers F. J. Schroeteler von Remigius war der Klang der Glocken rein, voll und rund, der Guß sauber und die Verzierungen schön.

Im ersten Weltkrieg mussten diese drei Glocken und die Glocke von 1643 am 10 Juli 1917 zum Einschmelzen für den Krieg abgegeben werden und nur die kleinste Glocke aus dem Jahr 1743 verblieb in der Kirche.

Die heutigen Glocken

Im Jahr 1922 wurde ein neues Geläute aus drei Stahlglocken beim Bochumer Verein bestellt. Ursprünglich waren 4 Glocken vorgesehen doch aus Geldmangel wurden nur drei bestellt. Es wurde die Tonfolge cis, e, fis festgelegt. Diese Töne bilden die Intervalle einer kleinen Terz cis-e, einer Quarte cis-fis, und einer Quinte cis-gis, und wie im Abnahmebericht steht, ist der Klang sämtlicher Glocken klar, abgerundet und volltönend, Die Wirkung des ganzen Geläutes ist erhaben, ernst und majestätisch.

glocken helena draufsicht DSC 4163

Die drei Glocken wurden Ende Oktober 1922 geliefert und am 19. November durch Pfarrer Dr. Franz Vogtland kirchlich geweiht.

Die Größere Glocke ist 1,25m lang und hat einen Durchmesse von1,58m. Sie trägt die Umschrift: „St. Helena imperatrix, patrona nostra, tuere nos, lauda Dominum in sanctis ejus – St. Helena, Kaiserin, schütze uns, lobe den Herrn in seinen Heiligen“ Weiter steht darauf eingegossen: „Satt Bronze wählten wir den Stahl, die Not der Zeit es uns empfahl. Verschlang der Weltkrieg auch viel Gut, es bleibt doch Glaub und Opfermut. Das künden laut mit Stahles Mund drei Glocken in die Lande rund. Im vierten Jahr nach Weltkriegschluß mit Gottes Hülf gelang der Guß.“

Die mittlere Glocke ist der Gottesmutter Maria geweiht. Sie ist 1,10m lang und hat einen Durchmesser von 1,38 m. Ihre Inschrift lautet: Sancta Maria d´sine labe originali concepta intercede pro nobis- O clemens, o pia, o dulcis cirgo Maria – Heilige Maria ohne Erbsünde empfangen, bitte für uns, o gütige, o fromme, o süße Jungfrau Maria.

Die kleine Glocke ist 98 cm lang und hat einen Durchmesser von 1,25m Die Inschrift lautet: „Sancta Matthia, apostole, ora pro nobis, in omnemterram exivit sonus eorum et in fines terrae verb eorum – Hl. Apostel Matthias bitte für uns, in aller Welt erklingt ihr Klang uns bis an die Grenzen des Erdkreises ihre Worte Gegossen vom Bochumer Verein in Bochum 1922“

glocke helena innschrift DSC 4166

Dass 1922 Stahl und nicht Bronze als Material für die Glocken gewählt wurde, führt dazu, dass die Glocken auch heute noch in Helenabrunn die Stunde schlagen und zu den Gottesdiensten geläutet werden. Im 2. Weltkrieg mussten 1940 wieder die Glocken zur Abnahme gemeldet werden, doch die Stahlglocken mussten nicht abgeliefert werden.

Bis 1959 wurden die Glocken mit Seilen von der Turmhalle aus geläutet, dann wurde im August 1959 eine elektrische Läuteanlage eingebaut.

In St. Helena erklingen die Helena , Maria und Mattthias Glocke mit ihrem „Te deum“ Motiv zu den Gottesdiensten, aber auch die historische von Michael Moll gegossene Glocke aus dem Jahr 1743 befindet sich noch in der Kirche. Sie steht im Kirchenraum neben dem Altarraum erinnert, auch wenn sie nicht klingt, an die Geschichte der Glocken dieser Kirche.


Recherche: Reinhold Hörkens
Text: Susanne Mengen
Foto: Harald Meinhard / Pfarrarchiv